Wer kennt das nicht? Immer wieder wird man mit der gleichen Situation in der ein oder anderen Art und Weise konfrontiert.
- Die Streits mit dem Partner drehen sich anscheinend immer wieder um das gleiche Thema.
- Beruflich scheitern Sie immer wieder an dem gleichen Hindernis.
- In Freundschaften bekommen Sie wiederholt gleichlautende Rückmeldungen.
- Sie fühlen sich häufiger unwohl und haben keine Ahnung, woher es kommt.
- Sie kommen regelmässig zu spät, obwohl Sie alles dafür tun, damit das nicht passiert.
- Sie fühlen sich oft als Gefangener Ihrer eigenen Emotionen und haben keine Ahnung, wie Sie sich daraus befreien sollen.
Wir sind uns einig, dass wir diese Liste wohl endlos fortsetzen könnten.Die Gemeinsamkeit all`dieser Situationen: Sie lassen sich immer auf ein emotional nicht verarbeitetes Thema aus der Vergangenheit zurück führen.
Probleme? Was ist das?
Wären wir völlig frei von negativen Gefühlen, so hätten wir in der Gegenwart auch keine Probleme. Wir würden alle Situationen objektiv betrachten (Spock von Enterprise würde höchstens ein "interessant!" dazu anmerken) und wir gingen sofort an die Lösung heran.
Da uns keine negativen Gefühle im Weg stünden, würden wir die Themen in Projekte verwandeln und auf schnellstem Wege einer Lösung zuführen.
Leider jedoch ist dem nicht so.
Und der erste Schritt um Ihre Themen endgültig und ein für alle mal zu lösen ist, dass Sie anerkennen, das alle Ihre negativen Gefühle - ob Sie sich dessen bewußt sind oder nicht - mit Ihrer Vergangenheit zu tun haben.
Oft höre ich in der Praxis: "Das Thema mit meinen Eltern ist schon lange erledigt. Ich habe ihnen vergeben."
und ähnliche Aussagen.
Und trotzdem sitzt der/ die Klient(in) bei mir und kommt in irgend einem Lebensbereich nicht weiter.
Ein Widerspruch? Ja genau.
Nicht aufgelöste Gefühle machen Sie krank. Früher oder später
Wir müssen klar unterscheiden zwischen unserem Verstand und unseren Gefühlen. Vom Verstand her ist es relativ leicht, ein Problem zu lösen.
Vielleicht hat Sie jemand zu Unrecht angegriffen. Sie haben das analysiert und festgestellt, dass die Vorwürfe unberechtig waren. Da Sie ja der Klügere sind, haben Sie die Sache beiseite gelegt.
Und doch steigt sie Ihnen immer wieder in den Kopf...
Neben unserem Verstand tragen wir so etwas wie einen Emotionalkörper - einige sprechen auch vom Schmerzkörper - mit uns herum.
In diesem Emotionalkörper sind alle unsere Emotionen, die wir nicht wirklich verarbeitet haben, gespeichert. Und zwar ein Leben lang. Egal, wie tief Sie das Thema verdrängt haben.
Wenn Sie diesen Emotionalkörper nicht aufräumen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich Krankheiten im Körper zeigen.
Seien Sie eine Katze
Ich nenne Ihnen ein Beispiel. Denken Sie an eine Katze, die auf der Jagd nach einer Maus ist. Sie macht diverse Anläufe und schließlich entwischt ihr die Maus. Was passiert? Im Nervensystem der Katze findet eine "Frustreaktion" statt. Sie schüttelt sich vielleicht. Sie streckt sich intensiv, läuft vielleicht aufgeregt hin und her. Nach einer Zeit wird sie müde und fällt in einen tiefen Schlaf.
Wenn sie wieder erwacht, ist das negative Erlebnis völlig aus ihrem Nervensystem gelöscht. Sie fängt wieder an, Mäuse zu jagen, wie eh und je.
Wäre die Katze ein Mensch, so würde sie anders mit dem Mißerfolg umgehen. Sie würde sich - entsprechend ihrer Wertvorstellungen, Erfahrungen und Glaubenssätze Dinge sagen, wie zum Beispiel:
- Naja, gestern hatte ich einen schlechten Tag
- Vielleicht sollte ich mal mehr an meiner Jagdtechnik
arbeiten
- die dumme Maus ist schuld, was läuft sie auch immer weg
- das Wetter, es war einfach das Wetter und schließlich bin
ich ja auch nicht mehr die Jüngste
und so fort.
Anstatt unsere Emotionen aufzulösen, reden wir uns zu. Wir versuchen die Schuld auf andere zu schieben, reden es uns schön oder versuchen irgendwie zu verdrängen.
Doch die unangenehmen Gefühle bleiben bestehen. Das Ergebnis: Bei der nächsten Mauspirsch melden sich die verdrängten Emotionen wieder. Vielleicht ganz unbewußt. Anstatt die Maus einfach zu jagen, würden wir schnell anfangen, uns zu ärgern, weil der Stand der Sonne nicht richtig ist. Oder irgend etwas anderes.
Sicher können Sie das gut nachvollziehen.
Wie Sie Ihre Vergangenheit bereinigen
Bleibt einzig die Frage, wie können wir unseren emotionalen Körper wieder völlig bereinigen? Wie können wir ihn so frei machen von alten Geschichten, dass wir wieder mit voller Aufmerksamkeit den Herausforderungen des Lebens begegnen können?
Es würde doch bedeuten, dass wir immer aus unserer vollen Kraft heraus agieren könnten, was wiederum enorme Erfolge in allen Lebenssituationen nach sich ziehen würde.
Erstrebenswert? Selbstverständlich!
Eine Antwort darauf ist die Time Line Therapie.
Eine simple Methode, mit der man einfache Dinge sogar schnell selbst erledigen kann.
Angenommen, Sie erleben eine unangenehme Situation. Beispielsweise haben Sie Ihre(n) Partner/in schon diverse male um etwas gebeten und der andere Part scheint einfach nicht darauf einzugehen.
Sie ärgern sich. Anstatt nun dem Ärger nachzugeben und einen Streit vom Zaun zu brechen, ziehen Sie sich doch mal zurück. Am besten suchen Sie sich einen ruhigen Raum, in dem Sie eine halbe Stunde lang ungestört sein können.
Das Geheimnis lautet: Fühlen - nicht denken!
Nun fühlen Sie ganz bewußt Ihren Ärger. Wichtig ist dabei die Konzentration auf das Gefühl Ärger und nicht die tausend Gedanken, die Ihnen dabei durch den Kopf schießen.
Das funktioniert am besten, wenn Sie dabei tief über den Bauch atmen. Fühlen Sie das Gefühl Ärger.
Haben Sie schon einmal bewußt gefühlt, wie sich Ärger anfühlt? Ich meine nicht: "Ja, ich weiß, wie man sich ärgert." Ich meine vielmehr: finden Sie genau heraus, wo Sie das Gefühl Ärger in ihrem Körper wahrnehmen. Spüren sie nach. Ergründen und erforschen Sie es.
Sie werden merken, dass das akute Gefühl schnell verblasst und wahrscheinlich kommen neue Gefühle hinzu. Das könnte zum Beispiel sein: Traurigkeit, sich abgelehnt fühlen etc.
Nun stellen Sie sich selbst die Frage: "Wenn es eine Situation in meiner Vergangenheit gäbe, die, wenn ich sie auflösen würde, diese Gefühle heilen würde; wann hätte sie statt gefunden? Vor, während oder nach meiner Geburt?"
Erzwingen Sie keine Antwort, denken Sie nicht darüber nach. Schauen Sie einfach, ob etwas von alleine kommt.
Der erste Gedanke, das erste Bild, der erste Impuls, der Ihnen in den Sinn kommt, entspricht der gesuchten Antwort. Denken Sie nicht darüber nach, ob es Sinn zu machen scheint.
Angenommen, Sie erhalten die Antwort/ das Gefühl: nach der Geburt. Grenzen Sie den Zeitraum immer weiter ein.
War ich älter als zehn oder jünger?
Das machen Sie solange, bis Sie ein klares Bild, eine Situation, ein Alter etc. vor Augen haben.
Nun stellen Sie sich vor, wie Sie aus Ihrer aktuellen Lebenssituation aussteigen. Sie schweben über Ihrer aktuellen Situation. Weit oben. Vielleicht eintausend Meter hoch.
Und nun schweben Sie zurück in die Vergangenheit. Etwas vor das Bild, welches Sie soeben gesehen haben.
Wenn Sie bereit sind, steigen sie nun in die vergangene Situation - z.B. als kleines Kind - ein. Fühlen Sie die entsprechende Situation. Nehmen Sie alle Gefühle und den Schmerz, die Trauer, was auch immer da war, intensiv und bewusst wahr.
Wenn Sie es intensiv gefühlt haben, steigen Sie wieder aus. Schweben Sie wieder eintausend Meter über der Situation. Und gehen Sie noch eine viertel Stunde weiter zurück in die Vergangenheit, bevor die Situation passierte.
Verharren Sie dort solange, bis alle Gefühle sich völlig gelegt haben.
Sie finden mit Leichtigkeit die beste Lösung
Nun schweben Sie über Ihrer Zeitlinie wieder in die Gegenwart, bis Sie die aktuelle Lebenssituation erreicht haben. Und Sie steigen wieder in die aktuelle Situation ein.
Wenn Sie alles richtig gemacht haben, werden Sie feststellen, dass mit der aktuellen Situation keine negativen Gefühle mehr verbunden sind.
Nun sind Sie frei von einem Teil Ihrer Vergangenheit. Sie haben einen Teil Ihres Emotionalkörpers bereinigt. Vielleicht stellen Sie auf einmal fest, dass das Verhalten Ihres Partners Sie gar nicht mehr stört. Oder Sie finden auf eimal eine einfache Lösung, die beide Parteien gut annehmen können.
Manchmal ändert sich auch das Verhalten des Partners. Was auch immer passiert: Die Lösung wird für alle Beteiligten die optimale sein.
Experimentieren Sie damit. Allerdings bedenken Sie bitte, dass es sich hier um eine kurze Übersicht handelt, die keine Spezialfälle beinhaltet.
Arbeiten Sie nicht mit anderen und gehen Sie auch nicht an schwere Traumen heran!
Wenn Sie nicht weiter kommen, lassen Sie sich von einem erfahrenen Therapeuten helfen.
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